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Malerei oder Fotografie? Diese Frage stellt man sich unweigerlich, betrachtet man die Werke Philipp Hofmanns und deren feine, malerische Struktur, die einem Pinselstrich doch deutlich nahe kommt. Eindeutig treffen hier zwei künstlerische Welten aufeinander, die der Ölmalerei und die der Fotografie, das eigentliche Medium der Kunst Philipp Hofmanns.

 

Die vielfältigen Facetten der Malerei scheinen in der Kunstgeschichte nahezu ausgeschöpft zu sein, ebenso schränkt die moderne Technik der Fotografie das individuelle künstlerische Handwerk des Fotografen immer weiter ein. Philipp Hofmann hat aus dieser Entwicklung heraus in seinen Werken einen neuen Ansatz der Fotografie aufgenommen, eine Verbindung beider Gattungen, in der jedoch nicht die Malerei das Können der Fotografie imitiert, sondern die Fotografie den haptischen und kompositorischen Ausdruck der Malerei entlehnt – Fotorealismus in seiner Umkehrung.

 

Nicht die möglichst naturgetreue Wiedergabe der Dinge ist hier das Ziel des bereits viele Jahre in New York lebenden Künstlers. Mit Hilfe der Möglichkeiten digitaler Fotografie soll ein malerischer Effekt erzeugt werden, der ebenso wie die fotorealistische Malerei das Auge des Betrachters zunächst in die Irre führt und ihn vor die Frage stellt, mit welcher künstlerischen Arbeitsweise er hier konfrontiert wird.

 

Die spezielle Technik ermöglicht es dem Künstler zudem, die Vorteile der Fotografie hinsichtlich der ganz konkreten Momentaufnahme und Perspektive zu nutzen und gleichzeitig, mit Hilfe des malerischen Effekts, die Stimmungen der Szenerie ins Bildgeschehen zu übertragen und festzuhalten.

 

Viele Reisen zu den unterschiedlichen Kontinenten bilden für den Künstler den Fundus seiner Inspiration und die Basis für die daraus resultierenden Bildsujets. Von Landschaften, über besondere Architekturen, bis hin zu Themen des sozialen Lebens – Philipp

Hofmann ist stets auf der Suche nach dem passenden Motiv, das den aktuellen Zeitgeist repräsentiert und für die Nachwelt festgehalten werden soll.

 

Schon früh für den Blick auf die Kunst geschult, verweisen seine Werke auf ein Gespür für die Ästhetik von Form und Farbe, wie auch für eine besondere Perspektive und die jeweils spezielle Lichtsituation. Eine Aufreihung bunter Sonnenschirme am Strand wird auf diese Weise seiner funktionalen Bedeutung enthoben und zu einer Art Muster aus Form und Farbe abstrahiert. Gleiches geschieht durch perspektivisch verzerrte Nahaufnahmen unterschiedlicher Gebäude, deren Fassadenstruktur, zumeist in extremer Aufsicht aufgenommen, aus diesem optisch verkürzten Blickwinkel in den Vordergrund rücken und die eigentliche Funktion des Gebäudes unbedeutend erscheinen lassen. Einzig die Ästhetik der seriellen Aufreihung, Formgebung oder Farbkomposition bilden in diesen Werken die Bildaussage.

 

Als aufmerksamer Beobachter fängt Philipp Hofmann spontane Eindrücke als Momentaufnahme ein. Dabei ist nicht allein das Motiv entscheidend sondern gleichermaßen das Gefühl und die Emotion, die in diesem Augenblick der Situation mitschwingt und der Szenerie die entsprechende Spannung verleiht. Seine Werke erscheinen daher als Spiegel des aktuellen kulturellen Lebens und bieten dem Betrachter gleichzeitig einen intensiveren, ganz individuellen Blickwinkel auf das Geschehen.

 

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